Das Bewerbungsgespräch- Die Vorbereitung

Hast du es bis dahin geschafft, hast du die erste große Hürde genommen. Wie bei den bisherigen Schritten ist eine gute Vorbereitung mindestens der halbe Erfolg. Vergiss nicht deinen Einladungstermin schriftlich, telefonisch oder per e-Mail zu bestätigen!
Informationen beschaffen:
Sich genauere Informationen über die Firma zu verschaffen ist  der wichtigste Teil der Vorbereitung. Erste und bequemste Möglichkeit ist das Internet. Bequem von zu Hause kann man sich die Seite der entsprechenden Firma genau anschauen und sich einen ersten Überblick verschaffen. Willst du dich im Einzelhandel oder Verkauf bewerben, geh doch einfach mal als Kunde in das Geschäft und verschaffe dir einen Eindruck. Bei größeren Firmen oder Unternehmen kannst du versuchen über einen Anruf dir Informationsmaterial zukommen zu lassen.
Umgangsformen:
"Bitte", "Danke" etc. sind selbstverständlich. Ebenso ist das typische "Hääääh?" anstatt "Wie bitte" absolut nicht angesagt. Achte darauf!
Äußere Erscheinung (Outfit):
 Dein "Outfit" sollte folgende Bedingungen erfüllen: Deine Kleidung muss sauber und gepflegt sein und du solltest dich darin wohl fühlen. Wenn du dir überlegst dir für das Vorstellungsgespräch neue Kleider zu kaufen, dann ziehe die Kleidung vorher für eine gewisse Zeit an, sonst wirkst du während des Gespräches steif und verkleidet. Bei Mädchen und junge Frauen gilt: eher zurückhaltend als provokativ Vermeidet aufreizende Kleidung (z.B. bauchfreies Top) das kommt bei den meisten Firmenchefs nicht besonders gut an! Bei deiner Frisur, deinem Schmuck und Parfüm gilt das gleiche, wie bei der Kleidung: bleibe zurückhaltend ! Kein intensiv duftendes Parfüm, die Schminke nicht meterdick auftragen!
Zeitplanung:
Bist du unpünktlich, so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass du nicht genommen wirst!!! Besser du kommst eine halbe Stunde zu früh, als fünf  Minuten zu spät!
Unterlagen mitnehmen:
Nimm deine Bewerbungsunterlagen zum Vorstellungsgespräch mit. Dazu gehört: Eine Kopie deiner Bewerbung und die Stellenanzeige aus der Zeitung.

Verhaltenstipps beim Vorstellungsgespräch

Ist dir der Termin eines Vorstellungsgespräches bekannt geht es dir sicher wie vielen: eine Mischung aus Angst und Vorfreude macht sich breit. Du hast Angst zu versagen und dir durch dein eigenes Verhalten deine Ausbildungsstelle zu verbauen. Die Tipps die unten gegeben werden sind keine Normen, die absolut gültig sind. Niemand kann sich im Vorstellungsgespräch völlig verstellen! Vielleicht "übt" ihr mit Freunden einfach mal ein Vorstellungsgespräch, das macht sicherer und beruhigt etwas.

Die  Begrüßung:
Wirst du in ein Zimmer gebeten stelle dich mit ganzem Namen, mit "Guten Tag" vor. Sprich deutlich, dass du auch verstanden wirst. Halte eine gewisse räumliche Entfernung zu deinem Gegenüber. Eine zu große körperliche Nähe kann agressiv wirken. Präge dir alle Namen ein. Falls du sie nicht richtig verstanden hast, frage höflich nach. Sprich deine Gesprächspartner mit ihrem Namen an.
 Die Körpersprache:
 Setze dich erst auf einen Stuhl, wenn du aufgefordert wirst! Liege nicht wie "ein Sack Kartoffeln" in dem Stuhl. Nicht breitbeinig und die Arme verschränkend den Stuhl ausfüllen. Bleibe mit beiden Füssen auf dem Boden, wippe nicht mit dem Stuhl. Redest du mit jemand, halte Blickkontakt!
Getränke/Zigaretten/Kaugummi:
Wird dir ein nicht alkoholisches Getränk angeboten, kannst du es ohne Probleme annehmen. Zigaretten oder gar Alkohol lehnst du (natürlich höflich) ab. Absolut daneben ist es sich ungefragt selbst eine "Kippe" anzustecken. Selbstverständlich haben auch Kaugummis in einem Bewerbungsgespräch nichts verloren.
Das Gespräch:
Höre genau zu! Versuche möglichst selbst viel zu reden ( nicht quasseln !!!) Stellt dir der Personalchef eine Frage, so versuche genau zu antworten und nicht mit einer Gegenfrage zu reagieren. Wenn dein Gegenüber ohne Pause redet - lass ihn reden und versuche durch ein paar gute Zwischenbemerkungen ihm klar zu machen, dass du interessiert zuhörst. Vermeide Gefühlsbrüche, bleib cool! Kraftausdrücke und "dumme Sprüche" können dir deine Ausbildungsstelle ganz schön versauen.

Fragen beim Vorstellungsgespräch

Jedes Bewerbungsgespräch verläuft anderst. Die folgenden Fragen sind wahrscheinlich, müssen aber nicht gestellt werden.

1.  Informationen über deine Ausbildung und die Firma
In diesem Teil des Gespräches erfährst du etwas über die Firma und die Ausbildung, für die du dich beworben hast. Hast du dich gut vorbereitet kannst du durch gezielte Fragen Punkte sammeln: "Auf Ihrer Homepage habe ich gelesen...."
2. Warum willst du diese Ausbildung machen und warum ausgerechnet bei uns?
Jeder Arbeitgeber will vermeiden, dass er jemand einstellt der nur "irgendeine" Ausbildung bei "irgendeiner" Firma macht. Wenn du genau nachdenkst, kann dies für dich auch kein besonders erstrebenswertes Ziel sein. Willst du wirklich nur "irgendeine" Ausbildung in "irgendeinem" Betrieb machen? Da du dich aber vorbereitet hast und weißt was du willst kannst du diese Frage mit Sicherheit problemlos beantworten.
3. Erzähle etwas über dich!
Wenn du dich vorbereitet hast, deinen eigenen Lebenslauf noch einmal durchgegangen bist, so dürfte es dir leicht fallen über dich zu erzählen: Schule, Hobbys, etc.
4. Was interessiert dich an diesem Beruf am  meisten ?
Wie im Kapitel "Vorbereitung" beschrieben, ist es wichtig, dass du dich über deinen zukünftigen Ausbildungsberuf informierst. Hast du dies getan, dürfte diese Frage auch kein Problem für dich darstellen. 
5. Was kannst du besonders gut, was nicht?
Das ist eine sogenannte "fachliche" Frage. Sie bezieht sich auf dein Können in der Schule und auf Fähigkeiten, die du für diese Ausbilung mitbringst. ( Maler,Fliesenleger..: Hast du bei einer Renovierung geholfen? ...)
6.Was sind deine Hobbys?
Sinnvolle Freizeitaktivitäten sind zur Erhaltung deiner Arbeitsfähigkeit wichtig. Zähle nicht alle deine Hobbys auf! Wenn aber in der Stellenbeschreibung Begriffe wie "Teamfähigkeit", "Verantwortungsbewußtsein" etc. auftauchen passt deine aktive Mitgliedschaft in dem Sportverein, der Feuerwehr, dem Roten Kreuz/ASB... genau dazu.  Bei Sportarten mit großem Verletzungsrisiko befürchten manche Arbeitgeber du könntest öfters im Betrieb fehlen.
7.Hast du dich auch bei anderen Firmen beworben?
Dahinter steckt: Ist dieser Betrieb, bei dem du dich beworben hast wirklich der "beste" oder hast du wahllos die "Gelben Seiten" abgeschrieben? Wenn du dich bei anderen Firmen beworben hast kannst du dies kurz erwähnen.
8. Fachliche Fragen
Bei bestimmten Bewerbungsgesprächen kann es dir passieren, dass du Fragen gestellt bekommst, die du aus der Schule kennst. Wenn du dich etwa als Maler/Lackierer bewirbst kann es vorkommen, dass du einen Flächeninhalt berechnen musst!  Wenn du für eine Ausbilung als Einzel/Industriekaufmann bewirbst sind Fragen zur Prozentberechnung nicht ungewöhnlich. Ebenso kann es dir passieren, dass du eine Gebrauchsanweisung vorlesen und erklären musst. Diese Fähigkeiten aus der Schule zu können sind  für diese Ausbilungen absolut nötig. Ohne sie hast du große Schwierigkeiten die Ausbilung zu schaffen.
9.Was machst , wenn wir dich nicht nehmen?
Hier wird überprüft, wie du mit einem Mißerfolg umgehen kannst. Du kannst sagen, dass du die Entscheidung schade fändest, sie aber aktzeptieren könntest. Formuliere deine Antwort im Konjunktiv.
10.Möchtst du noch etwas von uns wissen?
Jetzt bist du dran. Beachte aber: Deine Fragen zeigen, wie gut du dich vorbereitet hast! Fragen die du schon vorher über die Homepage des Betriebes oder aus Prospekten beantworten konntest sind nicht besonders sinnvoll. Du könntest Fragen über deine Kollegen stellen, ob es nach der Ausbildung Forbildungsmöglichkeiten gibt, und ob du mal den Betrieb anschauen darfst. An sinnvollen Fragen wird deutlich ob du diese Ausbildung wirklich willst.
11. Ende des Gespräches
Hier kannst du fragen, ob es noch weitere Gespräche gibt und wann du mit einer Entscheidung rechnen kannst. Verabschiede dich bei allen Gesprächspartnern persönlich.

 Nachbereitung

Ist alles optimal gelaufen hast du deinen Ausbilungsplatz. Hast du eine Absage bekommen und es sind keine Gründe aufgeführt, warum du nicht genommen wurdest, solltest du dich nicht scheuen bei der Firma anzurufen und nachzufragen. Es kann dir helfen es beim nächsten mal besser zu machen! Vielleicht gibt es nach dem Gespräch eine zweite Chance für dich. Ein Telefongespräch kostet nicht viel und kann dir nur nützen.